Morgens ein Abdruck vom Kopfkissen im Gesicht – das kennt jeder. In jungen Jahren ist er nach kurzer Zeit verschwunden. Mit den Jahren bleibt er länger, und irgendwann ist an derselben Stelle eine feine Falte zu sehen, auch tagsüber. Das sind Schlaffalten.
Kurz erklärt
- Schlaffalten entstehen durch Druck und Zug auf die Haut im Schlaf, nicht durch Mimik.
- Sie verlaufen oft anders als Mimikfalten: schräg an Stirn und Schläfe, an der Wange oder im Dekolleté.
- Vorbeugen lässt sich vor allem über die Schlafposition und das Kopfkissen.
- Bleibende Schlaffalten lassen sich mit Hyaluron oder Skinboostern mildern; Botox hilft hier meist wenig.
Woran erkenne ich Schlaffalten?
- Sie sind morgens deutlicher als abends.
- Sie liegen meist auf der Seite, auf der Sie schlafen.
- Sie verlaufen nicht entlang der Mimik: zum Beispiel schräg über Stirn oder Schläfe, senkrecht an der Wange vor dem Ohr oder senkrecht im Dekolleté.
- Beim Stirnrunzeln oder Lachen verändern sie sich kaum.
Warum entstehen Schlaffalten?
Wer auf der Seite oder auf dem Bauch schläft, drückt das Gesicht jede Nacht mehrere Stunden ins Kissen. Die Haut wird dabei gestaucht und verschoben. Junge Haut ist elastisch und springt zurück. Mit nachlassendem Kollagen und Elastin bleibt die Faltung zunehmend bestehen. Trockene Haut und Sonnenschäden verstärken den Effekt.
Schlaffalten vorbeugen
- Auf dem Rücken schlafen – am wirksamsten, aber nicht für jeden machbar.
- Kissenbezug aus Seide oder glattem Satin: Die Haut gleitet besser und wird weniger verschoben.
- Spezielle Kissen, die das Gesicht in Seitenlage entlasten.
- Abends gut pflegen: Eine feuchtigkeitsbindende Pflege hält die Haut geschmeidig.
- Dekolleté: Ein stützendes Kissen zwischen den Armen in Seitenlage verhindert, dass die Haut im Dekolleté zusammengedrückt wird.
Was hilft, wenn Schlaffalten bleiben?
Hyaluron und Skinbooster
Feine, dünnflüssige Hyaluronsäure verbessert die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut von innen. Bei einzelnen bleibenden Linien kann sehr fein dosiertes Hyaluron die Falte direkt auffüllen.
Medizinische Kosmetik
Behandlungen wie Microneedling regen die Kollagenbildung an und verbessern die Hautstruktur – gut geeignet bei feinen Schlaffalten.
Warum Botox hier meist nicht hilft
Botox entspannt Muskeln und wirkt deshalb bei Mimikfalten. Schlaffalten entstehen aber durch Druck von außen. Liegt eine Schlaffalte jedoch in einem Bereich mit viel Mimik, etwa an der Stirn, kann eine Kombination sinnvoll sein.
Mehr dazu: Botox gegen Mimikfalten – wann Botox, wann Hyaluron? · Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure
Häufige Fragen
Ab welchem Alter entstehen Schlaffalten?
Meist ab Mitte 30 bis 40, bei Seitenschläfern und trockener Haut auch früher.
Gehen Schlaffalten von selbst wieder weg?
Frische Abdrücke ja. Wenn eine Schlaffalte auch am Nachmittag noch sichtbar ist, hat sie sich meist festgesetzt. Mit der richtigen Schlafposition wird sie aber nicht tiefer.
Helfen Seidenkissen wirklich?
Sie verringern Reibung und Verschieben der Haut. Wissenschaftlich gut belegt ist das nicht, viele empfinden den Unterschied aber als spürbar.
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